Archiv 2007

Erster Einsatz eines Linienrichter-Zwergs

(03.04.2007) – www-lzsport.de

Zwölfjähriger Malte Sandgaard stand im Kreisliga-Spitzenspiel an der Linie

Erinnerungsfoto vom ersten Einsatz: Der kleine Malte Sandgaard zusammen mit Schiedsrichter Falko Meyer (M.) und dem zweiten Assistenten, dem 16-jährigen Alexander Sohl (l.). Im Hintergrund bejubeln die Eintracht-Spieler ihren Punktgewinn gegen Bardowick. Foto: lüb

Erinnerungsfoto vom ersten Einsatz: Der kleine Malte Sandgaard zusammen mit Schiedsrichter Falko Meyer (M.) und dem zweiten Assistenten, dem 16-jährigen Alexander Sohl (l.). Im Hintergrund bejubeln die Eintracht-Spieler ihren Punktgewinn gegen Bardowick.
Foto: lüb

lüb Lüneburg. Einmal kurz, in der 52. Spielminute, da zog der Kleinste auf dem Platz alle Blicke auf sich. Als er beim Elfmeter nicht so genau wusste, wo er sich hinzustellen hatte. Mit gerade mal zwölf Jahren hatte Malte Sandgaard am Sonntag seinen ersten Einsatz als Schiedsrichter-Assistent. Und das gleich beim hart umkämpften Spitzenspiel in der Fußball-Kreisliga zwischen Eintracht Lüneburg II und dem TSV Bardowick.
Als das Schiedsrichter-Gespann den Rasen betrat, rieben sich die Zuschauer auf der Hasenburg verdutzt die Augen. Kaum größer als die Werbebanden am Spielfeldrand war einer der beiden Jungen, die sich mit ihren Fahnen an den Seitenlinien aufstellten.
Gerade erst hat Malte Sandgaard, C-Jugend-Stürmer vom TSV Adendorf, den Schiedsrichter-Lehrgang erfolgreich absolviert und durfte sich nun zum ersten Mal in der Praxis beweisen. „Er hat das sehr ordentlich gemacht“, lobte Schiri Falko Meyer (TuS Barendorf) hinterher.
Eigentlich darf der Nachwuchs erst ab 14 Jahren auflaufen, „aber uns fehlen junge Leute, die verlässlich und regelmäßig dabei sind“, so Meyer. Schiedsrichter-Ansetzer Michael Bernstorf kennt die Probleme zur Genüge: „Immer wieder fallen kurzfristig Assistenten aus. Wenn dann die Vereine vor Ort die Assistenten stellen, führt das oft zu Problemen.“ Um dem vorzubeugen, werden dann lieber gelegentlich Linienrichter-Zwerge wie Malte Sandgaard eingesetzt. Außerdem, so Bernstorf, „schicken viele Vereine ganz junge Spieler zu den Lehrgängen. Die kannst du nicht halten, wenn du sie nicht frühzeitig einsetzt. Und die Schiris passen ja gut auf die Jungs auf.“
Nach dem Spiel erstmal eine Bratwurst: Malte in der Schiedsrichter-Kabine.

Nach dem Spiel erstmal eine Bratwurst: Malte in der Schiedsrichter-Kabine.

Falko Meyer jedenfalls tat es. Ganze zwei Mal musste der kleine Malte Abseits anzeigen. „Beide Mannschaften standen sehr tief, da gab es nicht viele strittige Szenen“, so Meyer, der nur einmal Nachhilfeunterricht geben musste. „Beim Elfmeter wusste ich nicht so genau, wo ich mich hinstellen musste“, gestand Malte. Sein „Chef“ beorderte ihn dann von der Seitenlinie an die Torauslinie.
Angeraunzt wurde der Kleine von den großen Kreisliga-Kickern trotzdem nicht – obwohl es immerhin um den Aufstieg ging. „Kurz vor Schluss haben ein paar Spieler und Betreuer einmal kurz gemeckert“, meinte Malte – und biss nach dem Spiel erst einmal genüsslich in eine Bratwurst. Die hatte er sich verdient.

Neue Schiedsrichter braucht das Land – wir haben sie…

(28.02.2007)

Bezirks-Lehrwart Berthold Fedtke bei der Arbeit

Bezirks-Lehrwart Berthold Fedtke bei der Arbeit

Freude über so viele neue Schiedsrichter bei KSO Manfred Kreutz (re.), während Otto Vogt (li.) und Heinz-G. Hansen die Prüfungsbögen kontrollieren

Freude über so viele neue Schiedsrichter bei KSO Manfred Kreutz (re.), während Otto Vogt (li.) und Heinz-G. Hansen die Prüfungsbögen kontrollieren

Am 27. Februar 2007 war es wieder soweit: nach zehn Abenden absolvierte der Neulingslehrgang 2007 seine Prüfung. Dazu war Bezirks-SR-Lehrwart Berthold Fedtke eigens aus Sittensen angereist. Über 39 neue Unparteiische verfügt der Kreis Lüneburg jetzt.
Folgende Kollegen haben ihre Prüfung erfolgreich abgelegt:
Christopher Biermann (SV Wendisch Evern), Lisa-Marie Böttcher, Alena Moczydlowski, Gina Rabener (MTV Handorf) Jan Bongartz, Dennis Kahrmann (SV Scharnebeck), Hartmut Brusche, Nils Kamp, Lennard Schäfer (Dahlenburger SK), Kira Dahlkötter, Sandra Krupop, Uwe Krupop, Jan Meyer, Julia Prochnau (TuS Reppenstedt) Tom Eggers, Dennis Glanz, Patrick Gray, Alexander Krüger (MTV Treubund Lüneburg), Simon Gimball (Ochtmisser SV) Manuel Glitsch, Mirko Wondratschek, Christian Zerrath (TSV Gellersen), Jannick Höbermann (Lüneburger SK) Ralf Kant, Jürgen Leipe, Dennis Moldenhauer (TuS Erbstorf), Ralf Koslowski (TuS Hohnstorf), Björn Kowalik, Dominic Pascal Langer, Kevin René Langer, Malte Mäding (TuS Brietlingen), Tobias Kühn, Florian Norbisrath, Malte Sandgaard (TSV Adendorf), Nils Miske, Jan-Philip Trenner (Thomasburger SV), Sebastian Neubert, Sven Stroermann (SV Ilmenau), Paul Vollmer (TSV Bardowick)

Alles klar, Herr Kommissar?

(15.01.2007) – NFV-Journal

Tobias Helwig im Porträt.

Tobias Helwig im Porträt.

Oberligareferee Tobias Helwig pfiff als einziger Niedersachse bei der Talentschau des deutschen Fußballs in der Sportschule Duisburg-Wedau

Von Reiner Kramer

Bei der Talentschau des deutschen Fußballs in der Sportschule Duisburg-Wedau präsentieren sich nicht nur Spieler aus den 21 Landesverbänden. Auch die Schiedsrichter gelten als hoffnungsvolle Talente und werden kritisch beobachtet und beurteilt. Der NFV-Schiedsrichterausschuss nominierte Tobias Helwig. Das Fußball-Journal sprach jetzt in Duisburg mit dem Unparteiischen aus Niedersachsen.
Wenn es einen Beruf gibt, der beste Voraussetzungen für das Amt des Schiedsrichters mitbringt, fällt häufig der Name Polizeikommissar. Allerdings streiten sich die Geister. Die Befürworter schätzen besonders die starke Persönlichkeit und schnelle Urteilsfähigkeit der Polizeibeamten. Andere wiederum stören sich an den teilweise arrogant auftretenden Schiedsrichtern aus diesem Berufsfeld. Wo die Wahrheit auch immer liegen mag: Wer Tobias Helwig das erste Mal beim Pfeifen beobachtet hat, kommt nicht auf die Idee, dass dieser Mann ein Polizeikommissar sein könnte.
So ist es aber. Der 26-Jährige bearbeitet bei der Kripo in Lüneburg Diebstähle und Eigentumsdelikte. Am Wochenende pfeift Tobias Helwig in der Oberliga Nord und in der A-Juniorenbundesliga. „Zwei anspruchsvolle Ligen“, wie er betont. Polizeikommissar und Schiedsrichter – in dieser Kombination gibt es nach seiner Einschätzung viele positive Überschneidungen. Beim Umgang mit Menschen und kritischen Situationen sind beide gefordert. „Herausforderungen, denen ich mich gerne stelle“, erklärt Helwig. Das Wichtigste sowohl im Beruf als auch im Sport sei, Sicherheit auszustrahlen.
Da hilft es auf dem Fußballplatz keineswegs, immer nur lieb und nett zu sein. „Früher war ich eher zu still“, erinnert sich der Unparteiische. Die Körpersprache hält der Hamburger für ein wichtiges Stilmittel bei der Spielleitung. Stets konzentriert zu sein, ist ebenfalls wichtig. Hinzu kommt die Laufbereitschaft. Nur die Schiedsrichter, die körperlich fit sind, befinden sich stets auf Ballhöhe und können so die Fehlentscheidungen auf dem Fußballplatz minimieren. Die Fähigkeit zur Selbstkritik muss ein guter Schiedsrichter selbstverständlich auch besitzen.
Körperliche Fitness wird ebenfalls vorausgesetzt. Nun sieht Tobias Helwig nicht gerade wie eine Gazelle aus. Bei einer Körperlänge von 1,89 Meter wiegt er 89 Kilogramm. Das Laufen gehört dennoch zu seinen Hobbies. Bereits zwei Mal hat er einen Marathonlauf absolviert. „Intensives Laufen und Pfeifen auf höherer Ebene lässt sich aber nicht unbedingt miteinander vereinbaren“ meint Helwig. Unabhängig davon müssen die Unparteiischen beim FIFA-Test in den drei Laufdisziplinen topfit sein. Dazu gehören Intervall-Läufe (20 mal 150 Meter). 150 Meter müssen in 30 Sekunden zurückgelegt werden. Sechs Vierzig-Meter-Läufe sind jeweils unter 6,2 Sekunden zu absolvieren. Dafür trainiert er drei Mal in der -Woche. Die Läufe haben eine Länge – zwischen sechs und zehn Kilometer.
Die Entscheidung, Schiedsrichter zu werden, traf Tobias Helwig mit 14 Jahren. „Ich hatte keinen Bock mehr auf Fußballspielen.“ Mit 17 Jahr pfiff er sein erstes Herrenspiel. Wie hoch soll es noch hinausgehen? Bei der Beantwortung dieser Frage hält er sich zurück: „Ich habe mir kein Ziel gesetzt, möchte mich aber ständig verbessern.“ Unterstützt wird der Referee dabei von NFV-Schiedsrichter-Lehrwart Bernd Domurat, der ihn regelmäßig beobachtet und ein Leistungsprofil über ihn erstellt. „Die Analyse nach dem Spiel hilft mir sehr“, sagt Helwig. Mit seiner Spielleitung beim U21-Länderpokal war der neutrale DFB-Beobachter zufrieden. In der Begegnung Saarland gegen Berlin zog der 26-Jährige vier gelbe Karten. Helwig lobte beide Teams, die sehr diszipliniert aufgetreten seien: „Das Spiel hatte ein hohes Tempo, viele faire Zweikämpfe und war deshalb angenehm zu leiten.“
In dieser Saison gilt es für Tobias Helwig, sich in der Oberliga Nord und A-Junioren-Bundesliga für höhere Aufgaben zu empfehlen. Da Geduld und Ausdauer – wie beim Marathonlauf – zu seinen Stärken zählen, wird der der 26-Jährige sicherlich auch bei möglichen Rückschlägen die nötige Ruhe behalten.

Lüneburger Jung-Schiedsrichter scheiden im Viertelfinale aus

(07.01.2007) – Lünesport

Nicht ganz so erfolgreich wie im letzten Jahr kehrte die Auswahl der Lüneburger Jung-Schiedsrichter vom 25.Jung-Schiedsrichter-Turnier aus Göttingen zurück. 48 Mannschaften aus fast allen Kreisen des Landes Niedersachsen nahmen an dieser Großveranstaltung teil.
Die Vorrunde wurde souverän mit dem 1.Platz in einer Gruppe aus 8 Mannschaften beendet. 17 Punkte und ein Torverhältnis von 15:7 wurden dabei erzielt. Im Achtelfinale setzte sich das Team dann im 9-Meterschiessen mit 3:2 gegen den Kreis Cloppenburg durch, nachdem es in der regulären Spielzeit keiner Mannschaften gelungen war ein Tor zu erzielen. Aber in diesem Spiel zeigte sich schon, das Verletzungen und die „kraftraubende Vorbereitung“ auf das Turnier ihren Tribut forderten. Auch im Viertelfinale gab es trotz einiger Chancen keinen Torerfolg, aber die Defensive ließ auch keinen Treffer zu. Leider wurde im anschließenden 9-Meterschießen 2x das Aluminium anvisiert und so musste man sich dem späteren Turniersieger Hannover-Land mit 2:1 geschlagen geben.
Für den Lüneburger Schiedsrichter spielten Jaroslav Detko, Konstantin Dollinger, Eugen Krasnikow, Oleg Lich, Eduard Miller, Helmand Nadi, Eser Sahin, Atila Sapan, Willi Seibel, Rushdy Sherkan und Tobias Worthmann, die Betreuung lag in den Händen von Ulrich Schönig und Manfred Wolff.

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